Mikroplastik in unseren Lebensmitteln und im Wasser

In einer 2018 veröffentlichten Studie wurde untersucht, inwieweit das Trinkwasser aus Wasserflaschen mit Mikroplastik verunreinigt ist. Die Forscher suchten nach Plastikpartikeln in rezeptfrei verkauften Plastik- oder Glasflaschen, die so klein sind, dass selbst die größten Partikel mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen sind. Erschreckenderweise wurde festgestellt, dass das Wasser, das in 19 verschiedenen Ländern (darunter Indien, Deutschland, China und die USA) verkauft wurde, mit Mikroplastik verunreinigt war. Zu den Proben gehörten bekannte Marken verschiedener Hersteller (Minalda, Gerolsteiner, Wahaha, Aquafina).

Von den 259 untersuchten Wasserflaschen war das Wasser in 93 % der Flaschen in unterschiedlichem Ausmaß mit Mikroplastik verunreinigt. Im Durchschnitt fanden sie etwa 10 sichtbare Partikel (>100 µm Durchmesser) pro Liter und satte 325 Partikel pro Liter, die für das bloße Auge zu klein waren. Etwa die Hälfte der Verunreinigungen konnte auf den Plastikdeckel zurückgeführt werden. Aber auch das Wasser in Glasflaschen enthielt Mikroplastik, was darauf hindeutet, dass dieser relativ neue, vom Menschen produzierte Schadstoff unsere Umwelt durchdringt. Vergiften wir uns selbst (ganz zu schweigen von künftigen Generationen)?

Die Originalveröffentlichung finden Sie hier:

 

https://internal-journal.frontiersin.org/articles/10.3389/fchem.2018.00407/full

 

Am 1. Juli 2021 startete das deutsch-österreichische Gemeinschaftsprojekt „MikroplastikATfood“. In dem Projekt soll unter anderem untersucht werden, inwieweit Verpackungs-, Abfüll- und Konservenfabriken zur Mikroplastikkonzentration in unseren Getränken und Lebensmitteln beitragen. Ziel ist es, das Ausmaß der Mikroplastikverschmutzung in unseren Lebensmitteln zu ermitteln und mögliche Verschmutzungsquellen zu identifizieren.

 

https://www.kunststoffweb.de/branchen-news/forschung_verbundprojekt_untersucht_mikroplastik_in_lebensmitteln_t248117?referrer=NL

 

Nudeln, Pasta, Teigwaren, Essen, Lebensmittel, Nahrung

  

Die extrem hohe Abbaubarkeit von Mikroplastik bedeutet, dass die Konzentration der Mikroplastikverschmutzung in unserer Umwelt zunehmen wird. Jedes Jahr werden etwa 400 Millionen Tonnen Plastik produziert. Natürliche Prozesse wie Sonnenlicht, Wasser und mechanische Abnutzung führen zu einer alarmierenden Zunahme von Mikroplastik, wobei die Verschmutzung in den nächsten 10 Jahren voraussichtlich um das Dreifache ansteigen wird. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit und die biologische Vielfalt sind weitgehend unbekannt, aber erste Studien deuten auf negative Auswirkungen hin. Eine Lösung ist dringend erforderlich.

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kontakt

Sind Sie daran interessiert, an der Lösung eines großen Problems der Welt mitzuwirken?

Haben Sie Fragen oder Anregungen?

Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

Ich freue mich über Ihre Ideen oder Fragen.

 

matthew.mcintosh@mikro.bio.uni-giessen.de

Tel.: +49 (0)641 99-35557

Contact

Are you interested in helping to solve a major problem of the world?
Do you have any questions or comments?
Then please contact me.
I welcome your ideas or questions.

 

 matthew.mcintosh@mikro.bio.uni-giessen.de

 

Tel.: +49 (0)641 99-35557